
Geschichte der Firma ALPINA:
Was ist Alpina?
Alpina ist ein eigener, zugelassener Kraftfahrzeughersteller. Die Firma ist eingetragen im Register des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg.
Der Betrieb produziert exklusive Kleinserien auf der Basis von BMW – Fahrzeugen. Jährlich werden zwischen 700 und 900 Pkws hergestellt. ALPINA ist daher keinesfalls mit einer reinen Tuning – Firma zu verwechseln und auf eine Stufe zu stellen. ALPINA baut Autos für einen sehr kleinen Kreis von Menschen, die die Begeisterung haben, Fahrzeuge auf dem neuesten Stand der Technik, mit hervorragenden Fahrleistungen, einhergehend mit besten Handlings und Komforteigenschaften zu fahren.
Herr Bovensiepen lebt und produziert nach einer Aussage von Oscar Wilde: „Ich nehme immer nur das Beste!“*
Die Fahrzeuge werden in Zusammenarbeit mit BMW produziert. ALPINA erwirbt bei BMW eine Rohkarosse und greift teilweise auf die Serien – und Sonderausstattung von BMW zurück. ALPINA entwickelt dagegen eigene Motoren, jedoch auf der Grundlage eines Serienblocks von BMW. Solch ein Motor wird dann komplett überarbeitet, Kolben und Zylinder werden poliert (Handarbeit). Sie werden mit anderen Nockenwellen, Einspritzanlagen, selbst entwickelten Kühlsystemen, teilweise mit Turboladern oder Radialverdichtern usw. versehen.
Der Motor selbst wird aus zahlreichen Einzelteilen von jeweils einem einzigen Monteur in zwei bis drei Arbeitstagen zusammengebaut. Es werden für diese Arbeiten keine festen Zeiten vorgegeben. Wichtig ist hier allein die Qualität des Produktes. Der jeweilige Monteur ist nachher auch verantwortlich für die von ihm gebauten Motoren.
Der im B7 und B5 verbaute Motor z.B. besteht aus rund 1.200 Einzelteilen.
Getriebe, Fahrwerk, Auspuffanlagen und Bremsen sind ebenfalls Eigenentwicklungen. Getriebe werden in Zusammenarbeit mit einem namhaften Hersteller gemeinsam speziell auf die jeweiligen Fahrzeugtypen gebaut. Gleiches gilt für Felgen, Reifen und Auspuff. Bei den Felgen hat ALPINA ein eigenes, unverwechselbares Design entwickelt.
Die Felgen haben grundsätzlich 20 Speichen, entweder gleichmäßig oder in 5 Blöcken a 4 Speichen verteilt.
Die Innenraumgestaltung wird auf die Kundenwünsche abgestimmt. Entweder ist das Fahrzeug hier als BMW Serienfahrzeug ausgestattet, oder es erfolgt ein Umbau individuell nach den Wünschen der Kunden. ALPINA verfügt über eine eigene Sattlerei. Diese kümmert sich liebevoll um die Gestaltung der Sitze und des Innenraums, wenn hier eine spezielle Lederausstattung und ein eigenes Design seitens des Kunden bestellt wird.
Hinzu kommt ein eigenes Typenschild im Innenraum des Fahrzeugs, im Bereich des Rückspiegels oder bei den älteren Modellen in der Mittelkonsole sowie in der nähe des Handschuhfachs auf der Beifahrerseite.Hier ist die Produktionsnummer und der Typ des Fahrzeugs vermerkt. Über dies lässt sich dann feststellen, wer z.B. den Motor zusammengebaut hat.
Auf Grund der engen Zusammenarbeit mit BMW ist es ALPINA gelungen, die Kosten für die Fahrzeuge günstig zu kalkulieren. Die von ALPINA entwickelten und gebauten Teile werden an die BMW Produktionsstätten geliefert und dort am Band verbaut. Dies spart erhebliche Kosten, es gibt keine übrig bleibenden Fahrzeugteile.
Weiterhin hat die Firma ein zweites Standbein.
Sie vertreibt neben den Automobilen noch hervorragende Weine. Zu den Kunden gehören ca. 1000 Gastronomiebetriebe und Händler, sowie rund 6.000 Privatkunden. Der Umsatz des Unternehmens betrug 2004 ca. 60 Millionen Euro.
Historie (Entstehung/Gründung)
Der Firmengründer, Burkhard Bovensiepen, wurde 1936 in Chemnitz geboren. Sein Vater, Jurist, war als Unternehmer im Ruhrgebiet und im Allgäu tätig.
Im Alter von drei Jahren erkrankte der heutige Firmeninhaber an Knochentuberkulose. Dadurch verbrachte er acht Jahre in Krankenhäusern. Eine versteifte Hüfte ist davon zurückgeblieben.
Ohne richtig Schreiben gelernt zu haben, war das Aufholen des versäumten Lernstoffes ein schwere Aufgabe. Schließlich machte er dann 1955 sein Abitur. Eine Lehre als Werkzeugmacher folgte. Im Anschluss studierte Bovensiepen Maschinenbau und Betriebswirtschaft.
Bereits 1957/1958 versuchte er mit dem Export von VW – Käfern in die USA eigenes Geld zu verdienen. Gewinne wurden dann in Aktien investiert. Dies ging jedoch daneben, 1959 war er pleite.
Seine Liebe galt aber noch immer dem Auto. Er entwickelte dann 1961 im Alpina Werk des Vaters, eine feinmechanische Fabrik für Rechen, - Schreib und Nähmaschinen, sowie feinmechanische Aggregate für die Textilindustrie, eine leistungssteigernde Mehrvergaseranlage.
Ausschlaggebend hierfür war der Umstand, dass sein Auto, ein Fiat 1500, von der Firma Nardi durch eine andere Nockenwelle und einen Weber – Doppelvergaser, in der Leistung von 67 PS auf 75 PS gesteigert wurde. Die Freude hierüber war nur kurz. Bereits nach 50 Kilometern machte das Auto schlapp. Er nahm sich nun vor, dies besser zu machen.
Bovensiepen als Motorsportler entschied sich, sein Vorhaben mit BMW Motoren umzusetzen. Diese waren damals die modernsten Triebwerke und eigneten sich besonders gut für sein Vorhaben.
Es wurde eine Mehrvergaseranlage für den gerade neu erschienenen BMW 1500 entwickelt. Das Produkt bekam den Namen ALPINA – Anlage, die von der Fachpresse wohlwollend beurteilt wurde. Das erste Marketing hierfür machte er selbst. Auf der Internationalen Automobilausstellung klemmte er eigenhändig die Testberichte unter die Scheibenwischer sämtlicher BMW 1500.
Die Serienfahrzeuge von BMW leisteten mit diesem Motor 50 PS. Der von Bovensiepen entwickelte Prototyp leistete zunächst 75 PS, die Serienherstellung verfügte bereits über 80 PS.
Ab Herbst 1963 gab es dann für 980 DM inklusive Einbau einen Umbausatz, der aus dem Motor 90 PS herausholte. Es entwickelte sich ein sehr kollegiales Verhältnis zwischen BMW und dem damaligen Tuningbetrieb. Die Anlage wurde letztlich von BMW freigegeben und ebnete so den Einstieg in das BMW Händlernetz und ersparte damit den kostspieligen Aufbau einer eigenen Vertriebsorganisation.
Ende 1964 schied dann sein Vater aus dem Alpina Werk aus. Er hatte kein Interesse an Entwicklungen im Automobilbereich. So gründete Burkard Bovensiepen am 01.01.1965 die ALPINA Burkhard Bovensiepen KG in Kaufbeuren.
Der Betrieb nahm mit 8 Mitarbeitern seine Tätigkeit auf. Der jungen Firma gab man zu diesem Zeitpunkt eine Überlebenschance von höchstens 6 Monaten. Doch bereits im ersten Jahr wurde ein kleiner Gewinn erwirtschaftet.
Der Name ALPINA ist eine Erfindung seiner Mutter. Diese wollte hiermit ihre Verbundenheit zu der nahen Alpenregion dokumentieren.
1967 wurde das Firmen – Logo als Markenzeichen und Gütesiegel neu geschaffen.
Es stellt zwei Ansaugtrichter und eine Kurbelwelle dar. Die Kurbelwelle ist gedacht als Symbol für Hubraum und Drehmoment, die beiden Ansaugtrichter stehen für eine Doppelvergaser – Anlage mit langen Ansaugtrichtern.
Die erste Entwicklung von Alpina. Herr Bovensiepen ärgerte sich darüber, dass der 1500er BMW mit seinen 75 PS, wie er sagte: „Keine Wurst vom Teller zog“**. Für diesen Motor wurde die Doppelvergaser – Anlage entwickelt.
Weitere Entwicklung der Firma
Von 1968 bis 1977 war ALPINA, wie nachstehend noch berichtet wird, mit großen Erfolgen im Motorsport tätig. Eine 10 jährige Pause schloss sich an und 1987 folgte nochmals ein Gastspiel in der „Deutschen Tourenwagenmeisterschaft.
1970 zog man aus Platzgründen von Kaufbeuren nach Buchloe um.
1975 begannt ALPINA in Zusammenarbeit mit ausgewählten BMW Händlern den Aufbau eines deutschen Händlernetzes.
Auslandsvertretungen in England und der Schweiz wurden gleichfalls eröffnet.
Am Gardasee stellte ALPINA 1978 in einer tollen Präsentation drei komplette Eigenentwicklungen vor.
Der B6 auf der Basis eines 3er BMWs ist mit einem 2,8l Motor mit sechs Zylindern ausgestattet. Es ist das erste Sechszylindertriebwerk in einem Dreier BMW. Das Basismodell wird seitens BMW nur mit Vierzylindermotoren produziert. Diese Erhöhung des Hubraumes stellt eine erhebliche Steigerung des Antriebskomforts in dieser Fahrzeugklasse dar.
Gleichzeitig wurde der BMW ALPINA B7 Turbo auf der Basis der BMW 5er Reihe vorgestellt. Das Fahrzeug war zu dieser Zeit die schnellste Serienlimousine der Welt. Mit derselben 300 PS starkem Motorvariante wurde das B7 Turbo Coupe vorgestellt. Die Alpina Motoren dieser Generation wurden erstmalig in ihrer Serie mit einer vollelektronischen Computerzündung ausgestattet, eine absolute Neuheit in der Automobilindustrie.
Ein Jahr später, also1979, gründete Burkhard Bovensiepen einen neuen Geschäftszweig, ein zweites Standbein der Firma ALPINA, den Weinimport. Als Kunden wurden in kürzester Zeit viele Weinliebhaber und fast die gesamte Spitzengastronomie gewonnen. Im gleichen Jahr wurde in Japan eine Alpina Vertretung eröffnet. 1981 - 1982 erschuf ALPINA erneut Meilensteine, B7 /S Limousine und Coupe mit 330 PS. Diese Fahrzeuge erhielten zum ersten mal Sonderfarben. Die Limousine wurde in ALPINA – Blau vorgestellt. Das B7 /S Coupe erhält ebenfalls eine Sonderfarbe ALPINA – Grün.
Das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg registrierte ALPINA 1983 offiziell als Automobilhersteller und bekam eine eigene Schlüssselnummer.
Im Jahr 1985 erfolgte die Umstellung der gesamten Motorenmodellpalette auf Abgaskatalysatoren. Anstatt Keramikträgern wurden hier ausschließlich Metallkatalysatorträger von der Firma Emitec verbaut. Erst Jahre später wird dieses Konzept dann bei anderen High Tech Fahrzeugherstellern umgesetzt.
Der BMW Alpina B 10 Bi – Turbo wurde 1989 vorgestellt. Es ist ein Highlight. Ein bekannter Journalist und Rennfahrer, Paul Frere, schreibt: „Ich meine, dies ist das beste viertürige Auto der Welt.“*** Das Auto verfügt über einen 3,5 Liter Sechszylindermotor mit
zwei Turboladern. Er entwickelt 360 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 280km/h.
ALPINA wuchs weiter. Auf Grund der steigenden Nachfrage wurden mehr Mitarbeiter benötigt. 1990 arbeiteten hier 120 Person. Ein großzügiger Neubau wurde in diesem Jahr ebenfalls für Verwaltung und Produktion errichtet.
1992 statteten sie als erster Fahrzeughersteller ein Auto mit einem elektronischen Kupplungsmanagement aus.
Alpina wartete 1995 erneut mit einer eigenen Entwicklung als erster Automobilhersteller auf. Im B12 5,7l E – Kat wurde erstmals der Superkat verbaut. Hierbei handelte es sich um einen elektrisch beheizten Metallkatalysator, der eine Gemeinschaftsentwicklung mit der Fa. Emitec ist.
Der Katalysator erreicht hier erheblich früher seine notwendige Betriebstemperatur und beginnt somit früher mir der Abgasreinigung. Gleichzeitig gelang es mit dieser Technik die ab 1996 gültigen Abgasgrenzwerte um mehr als 80% zu unterschreiten.
Ab 1999 wagt sich Alpina auch an Dieselmotoren heran. In Zusammenarbeit mit BMM wurde ein Superdiesel entwickelt. Der ALPINA D 10 Biturbo kam auf den Markt.
Er wurde auf dem Genfer – Autosalon präsentiert. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt die leistungsstärkste Diesellimousine der Welt. Sie erhielt gute Kritiken und Testberichte. Lediglich eine geringe Anfahrschwäche wurde ihr bescheinigt; danach entwickelt das Auto jedoch kraftvoll seine Leistung von 245 PS und erreicht hiermit eine Höchstgeschwindigkeit von 254km/h. Der durchschnittliche Verbrauch an Dieselkraftstoff liegt trotz der enormen Kraft bei durchschnittlich nur 7,5l je 100 Kilometer.
In 2002 hatte ALPINA auch für die Freunde des „Offen Fahrens“ ein Fahrzeug im Angebot. Es wurde ein luxuriöses Auto auf der Basis des BMW Z 8, der ALPINA Roadster V8 mit Switch Tronic produziert. Es gibt hiervon jedoch nur eine limitierte Sonderserie von weltweit 555 Stück. Mit diesem Fahrzeug eroberte ALPINA den amerikanischen Markt. 450 Roadster wurden in die USA exportiert.
Die verbleibenden 105 Autos veräußerte man in Japan und Deutschland. Heute wird das Fahrzeug zu einem hohen Preis auf dem Gebrauchtwagenmarkt gehandelt, da dies ein sehr exklusiver und seltener Roadster ist.
Der Wagen verfügt über einen 8 Zylindermotor mit einem Hubraum von 4,8L. Er entwickelt 381 PS und wird erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 260km/h abgeriegelt. Dies stellt aber bei ALPINA eine Ausnahme dar, denn die anderen Fahrzeuge sind in ihrer maximalen Geschwindigkeit nicht begrenzt.
Ab 2004 hat dann die Firma den ALPINA B7, auf der Basis des 7er BMWs, im Angebot. Dieses Fahrzeug ist mit einem Motor mit mechanischem Radialverdichter versehen. Kombiniert mir der VALVETRONIC wird der Benzinverbrauch dieses 500 PS starken Motors erheblich gesenkt. Der Durchschnittsverbrauch der 300km/h schnellen Limousine liegt bei 12,8l Superplus je 100 km/h.
Den Unterschied zwischen Abgasturbolader und mechanischem Radialverdichter zu erklären, bedarf eines anderen, technisch hochwertigen Vortrages.
Nur ein Unterschied soll dargestellt werden. Der Turbolader wird von den Abgasen des Fahrzeuges angetrieben und ist somit von der Drehzahl des Motors abhängig, er nimmt daher seine Arbeit erst ab einer bestimmten Leistung/Drehzahl des Motors auf. Der hier
verwendete mechanisch angetriebene Radialverdichter wird konstant über einen Riemen von der Kurbelwelle angetrieben. Das so genannte „Turboloch“ ist hier nicht vorhanden. Die Arbeitsweise des Verdichters kommt der eines Kompressors sehr nahe.
Nur ein Jahr später, also 2005 stellte AlLPINA den B5 vor. Dieses Fahrzeug hat den 5er BMW als Grundlage. Der Motor wurde vom gerade vorgestellten B7 übernommen. Das Fahrzeug war zum Zeitpunkt der Vorstellung die schnellste Serienlimousine der Welt, mit einer Spitzengeschwindigkeit von angegebenen 314km/h.
Im gleichen Jahr wurde auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt der ALPINA D3 vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Dieselfahrzeug. Die Basis stellt der BMW 320d.Das Fahrzeug entwickelt 200PS mit einer Höchstgeschwindigkeit von 238 km/h bei einem durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von 5,9l auf 100km/h.
Auf der gleichen Ausstellung wurde auch der ALPINA B6 gezeigt. Ein Fahrzeug auf der Basis des BMW 6er Coupes und Cabrios. Die Motorisierung wurde aus dem B7 übernommen.
Auf dem Genfer Autosalon 2007 wird der endlich der lang erwartete B3 Biturbo vorgestellt. Hier wird die Tradition des Biturbos fortgesetzt. Es handelt sich hier um ein Fahrzeug aus der BMW „ Dreier Reihe" mit einem Dreiliter Motor.
Durch den Einbau von zwei Turboladern erzielt der Motor eine Lesitung von 360 PS und ein Drehmoment von 500Nm. Durch diese Leistung wird ein Vmax von 285 km/h erreicht. Das Fahrzeug beschleunigt in 4,8s von 0 auf 100km/h und benötigt somit nur 1/10s mehr wie der 500 PS starke B5.
Im September 2007 werden auf der IAA in Frankfurt dann die „S" Versionen des B5 und B6 vorgestellt. Diese haben eine Mehrleistung von 30 PS gegenüber den Grundversionen. Die Leistungssteigerung wird hauptsächlich durch den Verbau einer anders gespreizten Nockenwelle erreicht. Die Verbesserungen der Fahrleistungen halten sich jedoch in einem überschauberen Rahmen, von 0 auf 100km/h geht es jetzt 1/10 s schneller, die Vmax steigert sich um 3km/h.
Auf dem Genfer Autosalon 2008 wird der B3 Biturbo Allrad vorgestellt.
Auf der IAA in Frankfurt 2009 wird nun erstmals die neue ALPINA-Interpretation der BMW „Siebener-Reihe“ (F01) der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Boldie ist mit einem 507-PS starkem V8 Biturbo Motor ausgestattet. Die 100-km/h Marke fällt nach nur 4,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird wegen mangelnder Reifenfreigabe auf 280 km/h elektronisch abgeregelt. Der B7 Biturbo rollt auf neu designten 21-Zoll Speichenrädern die erstmals auch in Schwarz erhältlich sind.
Die „S“-Version des erfolgreichen B3-Biturbo-Modells folgt auf dem Genfer Autosalon 2010. Diese leistet 40-PS (400-PS) mehr als der Vorgänger, das Drehmoment erhöht sich um 40 NM auf 540 NM. Die Beschleunigung auf 100-km/h gelingt nun 1/10 Sekunde schneller. Der CO-Wert wurde durch Überarbeitung der Frischluft und Abgasführung in Kombination mit einer Benzindirekteinspritzung um 10 Gramm verringert. Zudem wird der B7 Biturbo als Allrad-Version vorgestellt.
Herausragende Erfolge
Ab 1968 ging es dann richtig los. ALPINA stieg in den Tourenwagenrennsport ein. Es wurden sehr namhafte und auch noch heute bekannte Fahrer eingestellt. Zu den herausragensten gehörten unter anderen Derek Bell, Harald Ertl, James Hunt, Jacky Ickx, Niki Lauda, Brian Muir und Hans Stuck.
1970 gewann ALPINA den Tourenwageneuropapokal, das 24 Stunden Rennen von Spa, sowie sämtliche deutsche Meisterschaften, Rundstrecken, - Berg und Rallymeisterschaften.
Bovensiepen überzeugte 1971 BMW von der Notwendigkeit einer Leichtbauversion des BMW 3.0 CS. Dies war dringend notwendig, um im Tourenwagensport weiterhin erfolgreich zu sein. ALPINA wurde mit der Leitung dieses Projektes beauftragt. Hier tauchten dann bei dem offiziell von BMW angebotenen Sportgerät die ALPINA Felgen im klassischen 20 Speichen – Design auf.
Derek Bell, Harald Ertl, Niki Lauda und Brian Muir gewannen mit ALPINA die Tourenwageneuropameisterschaft. Beim 6 Stunden Rennen auf dem Nürburgring erreichte Niki Lauda mit dem Leichtbaucoupe einen absoluten Tourenwagenrekord.
Die Ölkrise 1973/74 überstand ALPINA auf Grund Flexibilität ohne Personalentlassungen. In dieser Zeit wurden sparsame und leistungsstarke Motoren, die mit Normalbenzin auskommen, gebaut.
Im Jahr 1977 wurde erneut mit Dieter Quester die Tourenwageneuropameisterschaft gegen auf dem Papier weit überlegene Jaguar Coupes gewonnen. Jetzt zog sich ALPINA für zunächst 10 Jahre aus dem Rennsport zurück. Man widmete sich nun ausschließlich der Entwicklung von Straßenfahrzeugen.
Die Zeitschrift „Auto Motor Sport“ veranstaltete den Shell Kilometermarathon. Auch hier war man erfolgreich mit einem BMW ALPINA 318i. Das 3 Liter Auto war zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Gespräch. Durch zahlreiche aerodynamische Änderungen an der Karosserie und Überarbeitung des Motors, gewann man mit diesem Fahrzeug in seiner Klasse. Der Verbrauch betrug 2,672 Liter je 100 Kilometer.
1987 stieg ALPINA erneut in den Motorsport ein. Ellen Lohr, Christian Danner, Fabien Giroix, Peter Oberndorfer und Andy Bovensiepen, der Sohn des Firmengründers, errangen viele gute Platzierungen und mit dem BMW ALPINA M3 auch mehrere Siege.
Für dieses Fahrzeug wurde seitens ALPINA der Metallkatalysator entwickelt. Dieser wurde daraufhin Bestandteil aller DTM Fahrzeuge.
Ein Jahr später, 1988, zog sich ALPINA ganz aus dem Motorsport zurück. Die Kapazitäten reichten nicht mehr aus und man musste sich entweder für den Motorsport, oder die Produktion und Entwicklung von Straßenfahrzeugen entscheiden.
ALPINA „Heute“
ALPINA ist heute ein gut aufgestelltes Unternehmen. Die Gesellschaftsform ist eine GmbH und CO. Herr Burkhard Bovensiepen ist Inhaber und Alleingeschäftsführer der GmbH.
Die Geschäftsanteile bzgl. des haftenden Kapitals von 2 Millionen Euro verteilen sich auf die Familienmitglieder wie folgt.Burkhard Bovensiepen 70% und zu gleichen Teilen je 10% auf seine Kinder Andy, Angela und Florian.
Die Entwicklungszeit für ein neues Fahrzeug von ALPINA beträgt im Durchschnitt zwei Jahre. Hieran ist ebenfalls zu erkennen, dass man sich Zeit lässt um ein möglichst perfektes Fahrzeug zu präsentieren.
Die Zahl der Mitarbeiter ist in den letzten Jahren gestiegen. Rund 170 Menschen finden im Moment Arbeit bei ALPINA.
Im Jahr 2006 hat ALPINA insgesamt 808 Fahrzeuge produziert.
Der Anteil des Weinhandels am Gesamtumsatz betrug 10%. Die Umsatzzahlen waren jedoch nicht in Erfahrung zu bringen.
Neben zahlreichen Alpinahändlern in Deutschland kann ein ALPINA Fahrzeug über jeden BMW Händler in Deutschland erworben werden. Gleiches gilt für die Wartung und Reparatur, auch auf Grund der engen Zusammenarbeit mit BMW. Weiterhin gibt es in zahlreichen Ländern, Belgien, Grossbritannien, Italien, Japan, Korea, Luxemburg, Niederlande, Schweiz, Lichtenstein, Vereinigte Arabische Emirate, Dubai, Bahrain, Kuwait, Katar und Saudi Arabien, Importeure.
Text: Nils Annuschewski
Copyright bei ALPINA – Gemeinschaft e.V
ALPINA – Technik
Motorenentwicklung
Einige Motoren wurden bereits im Zusammenhang mit der Entwicklung der Firma vorgestellt. Zu erwähnen ist, dass die ALPINA Motoren generell auf der Grundlage von BMW Triebwerken entwickelt werden.
Die vorgenommenen Veränderungen beziehen sich in der Hauptsache auf Vergrößerungen des Hubraumes, einer anderen Nockenwelle, Einbau eines oder zweier Turbolader, diese wurden mit entwickelt, Einbau eines Radialverdichters, anderer Vergaser oder Einspritzanlagen.
Teilweise werden auch die Kolben und Zylinder von Hand nachgeschliffen und im Anschluss manuell poliert. Dies reduziert die Reibung im Motor erheblich und führt ebenfalls zu einer Leistungssteigerung.
Durch die dargestellten Veränderungen waren oftmals auch andere Bauteile betroffen. Wasser – und Ölkühler müssen an die neue Motorleistung und die damit verbundene Wärmeentwicklung angepasst werden. Für den Motor mit Radialverdichter wurde ein komplett neues Kühlsystem entwickelt. Hier ist es ALPINA z-B. gelungen die Wasserkühlung so zu konstruieren, dass die am Serienfahrzeug vorhandenen Kühlöffnungen ausreichen. Beim M5, dem Gegenstück zum B5 von der BMW Motorsport GmbH, muss auf Nebelscheinwerfer verzichtet werden. Diese Öffnungen werden zusätzlich zum Kühlen dieses Motors benötigt.
ALPINA verfügt über zwei eigene Motorprüfstände. Hier werden die entwickelten Maschinen härtesten Tests unterzogen. Es können alle Belastungen im normalen Straßenverkehr, aber auch aus dem Motorsport simuliert werden. Damit ist sichergestellt, dass die Lebenserwartung der Motoren den Erwartungen der Kunden entspricht. Laufleistungen von 200 – 300.000 Kilometern sind keine Seltenheit.
Aber selbst hier war Herr Bovensiepen erfindungsreich. Die von den Motoren im Prüfstand produzierte Wärme wird genutzt. Die Motorenkühlung (Wasserkühlung) ist mit dem auf dem Firmengelände liegenden Wohnsitz des Inhabers verbunden. Das hier vorhandene private Schwimmbad wird damit beheizt. Eine tolle und kostengünstige Verwertung!
Fahrwerk
Hierüber lässt sich leider nur sehr wenig sagen. ALPINA macht ein großes Geheimnis daraus. Die Fahrwerke sind als herausragende Mischung und Konstruktion zwischen einem weichen und komfortablen Serienfahrzeug und dem harten Fahrwerk eines reinrassigen Sportwagens zu betrachten. Dies kann in diversen Testberichten nachgelesen oder aus eigener Erfahrung bestätigt werden.
Der bereits erwähnte M5 von BMW verfügt über ein bretthartes Sportfahrwerk. Man merkt jede Bodenwelle, jedes noch so kleines Schlagloch deutlich und hart im Rücken. Die Kurvenstabilität bei schnell gefahrenen Kurven ist dafür sehr gut; eine Seitenneigung des Fahrzeugs ist ebenfalls fast nicht zu spüren.
ALPINA dagegen erreicht fast dieselbe gute Straßenlage (liegt wie ein Brett), ist dagegen aber erheblich komfortabler. Das Auto federt besser bei Unebenheiten der Straße und gibt diese lange nicht so stark an die Passagiere weiter. Es ist letztlich ein unglaublicher Mix zwischen sportlich hart und komfortabel weich gelungen. Dieses trifft auf alle ALPINA Automobile zu. Das Geheimnis der Abstimmung zwischen Federn, Dämpfern usw. wird allerdings sehr gut gehütet.
Auch die Reifen stellen für mich einen Baustein des Fahrwerks dar.
ALPINA arbeitet hier mit einem großen namhaften Hersteller zusammen, denn auch die Reifen sind mit ein Faktor für eine Fahrwerksabstimmung. Bislang werden keine Gummis mit Run – Flat (Reifen ist nach plötzlichem Luftverlust noch fahrbar) Eigenschaften verbaut, da diese über eine verstärkte Flanke verfügen und damit die Dämpfung entsprechend beeinflussen. Weiterhin wiegen diese Reifen bis zu 2kg mehr. Hinzu kommen die erforderlichen Geschwindigkeitsbereiche, die Belastungen und die Laufleistung der Pneus. Somit werden hier auch die Reifen für die Anforderungen der ALPINA Fahrzeuge entwickelt.
Ein weiterer Baustein, der für mich auch in diesen Bereich gehört, sind die Bremsen. Diese müssen den hohen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge angepasst sein und die enormen Reibungstemperaturen beim Bremsen aushalten. Gleichzeitig müssen sie eine entsprechende Größe haben, um eine vernünftige Bremsleistung zu erbringen. Auch die Bremsanlage mit ihren Bremsklötzen, Belüftungssystemen, Bremsscheiben und Sätteln werden in Zusammenarbeit mit einem großen Bremsenhersteller entwickelt, denn Sicherheit wird im Hause ALPINA groß geschrieben.
Im engen Zusammenhang mit dem Fahrwerk steht die Aerodynamik des Fahrzeuges. Einerseits muss sie so ausgelegt sein, dass das Auto einen möglichst geringen Luftwiderstand hat, damit der Benzinverbrauch niedrig ist und die gewünschte Höchstgeschwindigkeit erreicht wird.
Darüber hinaus muss die Luftströmung das Fahrwerk unterstützen, damit das Auto bei höheren Geschwindigkeiten stabil bleibt und nicht von der Straße abhebt. Dies wird durch Schweller, Spoiler und eine berechnete Luftführung – Strömung im Bereich des Unterbodens erreicht.
Das Fahrzeug wird in zahlreichen Stunden im Windkanal getestet. Hier gelingt es ALPINA gute Lösungen zu finden und die Spoiler und Schweller optisch dezent und hervorragend mit der Karosserie zu verbinden und gleichfalls ein straßentaugliches Fahrzeug zu bauen. Ein riesiger, tief heruntergezogener Frontspoiler beeinträchtigt die Alltagstauglichkeit enorm. Jeder Bordstein, Schnee auf der Straße oder größere Unebenheiten würde zur Beschädigung führen. Dies zieht dann teure Reparaturen nach sich.
Getriebe
1992 stattete ALPINA das B12 5,7l Coupe als erster Fahrzeughersteller mit einem elektronischen Kupplungsmanagement, der ALPINA Shift Tronic aus. Ein Kupplungspedal wurde nicht mehr benötigt.
Eine Weiterentwicklung folgte und 1993 kam die ALPINA Switch Tronic. Hier kann der Fahrer manuell in die Schaltvorgänge eingreifen. Jetzt ist das Schalten mittels Knopfdruck vom Lenkrad aus möglich; vielen auch aus der Formel 1 bekannt.
Aber auch die manuell, mit Kupplungspedal zu schaltenden Getriebe, werden von ALPINA in Zusammenarbeit mit einem bekannten Getriebehersteller entwickelt und speziell auf die Leistung des Motors abgestimmt. Dies ist erforderlich, da die Motoren, wie bereits teilweise dargestellt, eine hohe Kraftentwicklung haben und das Getriebe dieser standhalten muss. Auch die Übersetzung der einzelnen Gänge wird, um sowohl das Beschleunigungsverhalten und die Endgeschwindigkeit zu verbessern, für jeden einzelnen Fahrzeugtyp überprüft und abgestimmt. Hierzu wird viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl benötigt.
Letztlich folgen dann noch zahlreiche Tests des fertigen Fahrzeugs auch im täglichen Gebrauch, bis dann das neu entwickelte Auto in die Produktion und in den Verkauf gelangt. ALPINA will immer ein perfektes und technisch einwandfreies Produkt verkaufen. Hier zählt nur Qualität und nicht Quantität. Nur zufriedene Kunden bringen dem Hersteller die beste Eigenwerbung.
Text: Nils Annuschewski
Copyright bei ALPINA – Gemeinschaft e.V